Thursday, November 20, 2008

Gruner Wirtschafts-Titel etwa unwirtschaftlich!?

Da schreiben die Redakteure der Gruner-Wirtschaftstitel seit Jahren über Wirtschaft und wie man wirtschaftlich erfolgreich wird und bleibt, aber in der Chefetage liest es wieder keiner ... Von Ralf Schwartz.


Nun ist es also amtlich: der Bankrott der Wirtschaftspresse bei Gruner & Jahr. Ein langsamer Tod. Ein vorhersehbarer Tod. Aber bestimmt kein unausweichlicher!

Ein bis dato jedoch inakzeptabler Tod für die Manager, die mit vollmundigen Versprechungen und den Taschen voller Boni-Träume den Konzernherren im realitätsfernen Gütersloh so einiges verkaufen konnten in der Vergangenheit. 'Expand your Brand' zum Beispiel.

"Gruner + Jahr steht unverändert für unabhängigen Qualitätsjournalismus." tönte es noch Anfang 2008 aus dem Geschäftsbericht 07 (Download als .pdf). Mit der grünen 'Originalstimme' des großen Vorstandsvorsitzenden Dr. Bernd Kundrun.

Bkundrun
Image courtesy G+J Geschäftsbericht.


Nun, da es plakativ auf der letzten Doppelseite prangte, war es vielleicht nicht ganz so ernst gemeint, wie es sich mancher Journalist heute wünschen würde. Denn dieses Signal des radikalen Kahlschlages wird Dämme brechen lassen auch in anderen Verlagen, diese Finanzkrise auch zu zweckentfremden, auszunutzen und längst Überfälliges abzuholzen, die Axt im Walde zu spielen, 'endlich Tabula Rasa zu machen'.


Gründe gibt es genug für diesen Niedergang in Kompetenz, wirtschaftlichem Erfolg und Kreativität bei Gruner + Jahrs Wirtschaftspresse und Park Avenue, und und und:

Entscheidungsverschleppung

Titel wie Park Avenue brauchen nicht 6 Chancen und 3 Chefs. Sie brauchen eine relevante Strategie und mutige Manager, die schnelle Entscheidungen auch gegen einen Titel und gegen den Schutz der Verlagsleitung treffen können.

Unbekümmertheit

'Es wird schon wieder' - was übrigens vom intellektuellen Anspruch auf dem Niveau der Umsetzung von 'Expand your Brand' liegt - reicht nicht, um eine der größten Umwälzungen der Geschichte des (Print-) Journalismus zu überleben.
'Es wird schon wieder' könnte sogar die verlagsinterne Übersetzung von 'Expand your Brand' sein, wenn ich mir die Ergebnisse der Initiative im Durchschnitt ansehe.

Die Wirtschaftspresse hatte allen Grund sich bereits nach der ersten Dotcom-Blase neu zu erfinden. Wer damals keinen Grund sah, dem ist auch heute nicht zu helfen. Die heutigen Entscheidungen haben eine lange Historie.

Arroganz

Uns gibt es schon so lange, wir waren immer erfolgreich, wir sind noch aus jeder Krise gestärkt und erfolgreich hervorgegangen. Berühmte letzte Worte.
Allein, diese können die Gründer sprechen, oder die Bertelsmänner, nicht aber irgendwelche angestellten Manager, die jeden unternehmerischen Geist vermissen lassen und sich lieber in Hochglanzbroschüren wie dem Geschäftsbericht selbst Mut zusprechen.
Hier wurde verwaltet und nicht gestaltet, hier wurden aus Selbstüberschätzung die Chancen verhindert, die man gehabt hätte, hätte man Ideen gehabt.

Ideenlosigkeit

Dem Internet und seinen Umwälzungen ist nicht mit blumigen Worten beizukommen, schon gar nicht mit alten, hanseatischen Herrschaften, die anscheinend nur repräsentieren, nicht aber innovieren können.
Sprüchen wie "Wir wollen unsere Medienmarken überall und jederzeit erlebbar machen" (1. Doppelseite des Geschäftsberichtes) von Herrn Dr. Bernd Kundrun dürfen dann eben nicht solche Taten folgen:

Capital bietet in  den Zeiten des Internet einen Telephonservice (der vergleichsweise richtig Geld kostet), statt ein Online-Forum einzurichten, damit eine offene Diskussion zu starten, eine Community (igitt!) aufzubauen, Leser zu beteiligen und zu Multiplikatoren, statt zu Callcenter-Opfern zu machen.

Impulse bietet ein spannendes Bundesliga-Tippspiel statt wirtschaftlicher Impulse. Boulevard statt Wirtschaftskompetenz!

Auch die 'Offenheit' der Debatte in der FTD muß man selbst gesehen haben. Symptome, klar, aber eindeutige!

Da gibt es nichts zu erleben, kein Wunder, daß diese Titel in den heutigen, interaktiven Zeiten schwächeln - und nun zu Tode gespart (an allem) wurden. Vom Qualitäts-Content ganz zu schweigen.


Natürlich muß aus diesen Initiativen (oder besser verpaßten Initiativen) am Ende die Erfolglosigkeit resultieren.
Hätte man Jahre zuvor die richtigen Schlüsse bei den Wirtschaftstiteln gezogen (Brand Eins hat es ja auch geschafft), hätte man Menschen eingestellt oder auf die gehört, die das Internet und seinen Einfluß verstanden haben, würde die Situation heute eine andere sein.

Qualität, Wandel und Missionen wie 'Expand your Brand' dürfen keine Lippenbekenntnisse sein. Sie müssen gelebt und ständig vervollkommnet, ständig mit neuem Leben gefüllt werden.
Man kann sich nicht auf organisierte Berater verlassen, denn die sind ihren Kunden keinen Deut voraus, man braucht keine Rechenschieber, sondern kreative Macher. Menschen mit Mut und Ideen in den Chefetagen. Keine Frühstücksdirektoren, sondern konstruktive Zerstörer.
Heute finden wir dort nur reine Zerstörer - von Ideen, Chancen, Zukünften.

Expand your Brand wurde wahr und zwar ... till the end!

Und das Allertraurigste: Lernen wird trotzdem niemand etwas daraus.


Wer mehr wissen möchte:
> faz.net: "Ein ganz harter Schnitt".
> spiegel.de: "Aus für Park Avenue, weiterer Stellenabbau".
> süddeutsche.de: "Dark Avenue".
> indiskretion ehrensache: "Ein trauriger Tag für den deutschen Journalismus".
> horizont: "G+J stellt „Park Avenue" ein / 23 Mitarbeiter müssen gehen".

Wednesday, November 19, 2008

Endlich ein vernünftiger Beamer für die Hosentasche!

Ab 01. Dezember verkauft Texas Instruments seinen PK-101 über japanische Apple-Stores.
Der Mini-Projektor kann aber nicht nur an iPods und iPhones und sonstige Apple-Geräte, sondern auch an die anderen angeschlossen werden.

Tibeamer
Image courtesy TI und japantimes.


Mehr Informationen gibt es im Original-Artikel bei japantimes "Be a walking drive-in with mini projector".

Twitter ist Klingelton-Konversation!

Das twitter-basierte 'ragebuch' verlagert seinen Schwerpunkt auf die blog-basierte Site ragebuch.com, um fundierte, elaborierte Kommentare und Diskussionen zu ermöglichen. Von Ralf Schwartz.


'Hi, ich vegetiere auf hohem Niveau so vor mich hin', ist die Kernbotschaft eines durchschnittlichen Tweets in unserer medial gebildeten Welt. Entsprechend bescheiden ist der individuelle Erkenntnisgewinn. Twitter ist nicht mehr als die ergonomische Alternative der Hallux valgus am Daumen erzeugenden SMS.
Tsunami-Warnungen und Befreiungen aus dem Gefängnis sind selten geworden.

ragebuch auf Twitter

Damals beim Start des ragebuches vor wenigen Monaten auf Twitter ging es darum, Laut zu geben zu all den Themen, die auf dem Kontinuum zwischen Poesie-Album, Tagebuch und alltags-, gesellschafts-, medien-, wirtschafts- und politik-kritischem Journalismus ihre Spuren hinterlassen.

Die Themen mußten nicht diskutiert werden, sondern sollten den Einzelnen allein zum Nachdenken anregen. Dafür war und ist Twitter das perfekte Medium. So soll es auch bleiben.

ragebuch in Blog-Umgebung

Das ragebuch möchte inzwischen jedoch mehr als nur seine Meinung kundtun und zum Nachdenken anregen. Es möchte auch zur Kontextualisierung, zum Nachhaken, zum Infragestellen anregen, zur Meinungsäußerung, Kommentierung und Diskussion.

Gerade in der deutschen Sprache mit ihren langen Substantiven kann in Twitter keine vernünftige Diskussion zustandekommen.
Daher begibt sich das ragebuch nun auf die nächste Stufe seiner Individual-Evolution, die blog-basierte Site ragebuch.com.
Hier sind die Möglichkeiten vielfältiger ohne die 140-Zeichen-Philosophie zu verraten: Kurze, präzise Statements, die die Welt aus anderer Perspektive beleuchten, den Horizont erweitern, Erfahrungen verunordnen, den Finger in die Wunde stecken.

Kontextualisierung: Die Überschrift in Hochkommata gibt die Überschrift des Original-Artikels wieder.
Nachhaken: Durch Anclicken des 'Tweets' unter ragebuch.com wird man zum Original-Artikel weitergeleitet. Dort kann man infragestellen, mehr und weitere Informationen einholen, im Zweifel andere Meinungen einsammeln.
Kommentar-Funktion: Vom Blog bekannt und weitaus konsistenter und konsequenter als bei Twitter.
Das Design ist reduziert und präzise. Das Radio eine Empfehlung.
Trackbacks: möglich!
Kategorien: Feuer, Wasser, Erde, Luft und Aether!

Darüberhinaus sind Schnellschüsse und Verlinkung durch die neue Basis möglich und erwünscht. Twitter ist Paralleluniversum und Umweg.


Das ragebuch ist eine Publikation des mind-box magazine, dessen damaliger Herausgeber der Betreiber (oder wie das bei einer Klinik heißt) der heutigen mediaclinique ist: ralf schwartz.

Daher soll an dieser Stelle auch gar nicht mehr gesagt sein. Eine Meinung muß man sich selbst bilden.

Tuesday, November 18, 2008

Björk erklärt TV-Technik und -Gefahren!

Endlich erklärt uns jemand wie Björk, wie das Fernsehen technisch funktioniert und warum man es nicht konzentriert schauen sollte.


Video courtesy YouTube, Björk.

Via BoingBoing.

Göttgens zwar bei Rodenstock, aber noch immer nicht im Jetzt angekommen!

Schön, daß Olaf Göttgens wieder da ist. Schade, daß er sich direkt mit einem kapitalen Bock zurückmeldet. Aber wer hat etwas anderes erwartet? The G-Force is back again!

Hintergrund

Die w&v schreibt, daß eine der ersten Taten des Olaf G. als neuer CEO bei Rodenstock ist, die Agentur infragezustellen und 4 Agenturen zum Pitch zu laden. So weit, so gut.
Dann aber folgt im Artikel der Satz "Sobald eine neue Lead-Agentur gefunden worden ist, will Rodenstock in einem zweiten Schritt die Mediaagentur sowie die PR-Agentur überprüfen.".

Instant-Anamnese

Olaf G. hat schon früher bewiesen, daß Entwicklungen in Märkten und Medien spurlos an ihm vorübergehen können und auch Markensymbole, wie zB ein Mercedes-Stern, ihm keinen Respekt einflößen und ihm zuwenig relevant sind, um sie in ihrer ganzen Strahlkraft zu erhalten. Sie werden um ganze Dimensionen reduziert.
Images werden auf die Generik fokussiert (zB Qualität, etc.), um breiteste Zielgruppenansprachen zu erlauben - damit aber an den Menschen vorbei zu kommunizieren.

Diagnose

Im aktuellen Fall der stapel-orientierten Agentur-Auswahl fällt er wieder in alte Muster grotesker Eindimensionalität zurück und greift auf Erfahrungen seines Reptilien-Hirnes zurück, die längst von der Neuzeit des 21. Jahrhunderts ad absurdum geführt sind.

Gerade im Zeitalter sozialer Medien, wachsender Reklame-Resistenz, wachsender Individualität, Ungeduld und Unabhängigkeit der Konsumenten, können überlebte Agentur-Auswahl-Modelle nicht mehr zielführend, können veraltete Erfolgsmodelle nicht mehr erfolgreich sein.

Olaf G. hat lange den Punkt seiner Inkompetenz überschritten und wähnt sich jenseits von Gut und Böse in Sicherheit, ein folgenschwerer Fehler. Das Peter-Prinzip vergißt nicht.
Allein sich selbst verkaufen zu können wird bei Rodenstock noch weniger zum Erfolge reichen als bei Mercedes und BBDO zuvor.
Was also ist zu tun?

Therapie

Weitaus wichtiger als die vorschnelle Agenturauswahl sollte für CEO Olaf G. die Unternehmensstrategie sein! Was nutzt eine neue Agentur und eine neue Kampagne, wenn das Produkt, die Marke, die Unternehmensstruktur nicht optimiert und auf zukünftige Märkte ausgerichtet sind?

Olaf G. beginnt mit dem, was er kann: Meetings, Briefings, Hyperaktivität. Helfen wird es nicht, aber es erzeugt einen guten Eindruck. Bei wem auch immer.

Auch er sollte sich 100 Tage nehmen, das Unternehmen, seine Produkte und Märkte zu verstehen. Sollte mit den Menschen sprechen, die ihm die Erfahrung voraushaben. Sollte in den Märkten unterwegs sein. Sollte sich ein eigenes Bild machen. Sollte die relevanten Schritte in der richtigen und nicht in seiner Reihenfolge gehen. Sollte eine Vision entwickeln!


Zudem ist es äußerst kontraproduktiv in der heutigen Zeit, zuerst eine Leadagentur zu bestimmen und erst danach über die Mediaagentur zu entscheiden.

Gerade heutzutage, wenn Strategien und Maßnahmen aus einem Guß sein müssen, wenn man über alle Medien und TouchPoints hinweg ganzheitlich denken muß, wenn man äußerst fokussiert und konsistent agieren und äußerst schnell re-agieren können muß, kann sich niemand den immensen Luxus leisten, Kreation und Media und PR getrennt voneinander zu betrachten - außer Olaf G.

Er muß verstehen, daß gute Werbung lange vor der Agenturauswahl beginnt.
Gute Kommunikation beginnt bei der Ausrichtung und Aufstellung des Unternehmens, der Zukunfts-, Kunden- und Strategie-Orientierung des Unternehmens, der Marke, der Produkte und der Menschen selbst im Unternehmen.

Hier gibt es viel zu tun, und das Letzte - nicht das Allererste - ist die Auswahl der Agentur!

In diesem Sinne: Get well soon!

Saturday, November 15, 2008

Internet - Geöffnet ab 23 Uhr!

Wenn man so manche Äußerung von Politikern liest, fühlt man sich an die Anfänge des rationalen Denkens zurückversetzt, als mancher noch mit einem Oberschenkelknochen auf seine vermeintlichen Feinde einschlug, statt einfach mit ihnen zu kommunizieren, sie kennenzulernen und zu erkennen(!), sie sind gar nicht so gefährlich, wie die anderen Großen Menschenaffen immer sagen.

'Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht', ist eine auf diesen Fall passende, später entstandene Regel der ersten seßhaften Hominiden.

Wie gesagt, "Die Zukunft des Web liegt in seiner Blockade!". Es wird immer wahrscheinlicher.


Denn 'Irgendwie muß dieses Internet gezähmt werden!', denkt so mancher Politiker und hat bestimmt Ideen, die man der Einfachheit halber ableitet von Existentem:

Internet ab 14, 16, 18, 21 Jahren.

Internet als Peepnet - hinter verschlossenen Türen. 1 Euro, dann geht die Klappe wieder runter.

Internet-Führerschein, -Waffenschein, -Jagdschein.

Flensburger-Internet-Punkte-Kartei.

Internet - Geöffnet ab 23 Uhr!

Internet-Clubs analog der Raucher-Clubs.

Internet-KK - Intermediale Freikörperkultur an den Stränden des Informations-Highways.


Denn viel mehr als den Sex und den jugendlich-ungezwungenen Umgang (der inzwischen Jugend-Pornographie heißt) mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht, fürchten die Politiker diesen endlosen Fluß an Information und Transparenz, der manche Kompetenz und manche Karriere infragestellen kann.


> Inspiration: heise.de "Großbritannien: Sauberkeitsrangliste für Provider".

Thursday, November 13, 2008

Die Zukunft des Web liegt in seiner Blockade!

Während bwl2.0 sich fragt, wo die Zukunft des Web liegt, blockiert Australien testweise 10.000 Seiten. In der erwarteten Verlangsamung(!) des Web liegt die Chance für die deutschen Entscheidungsträger! Von Ralf Schwartz.


Abstruse These, oder? Wieso sollte die Blockade des Web die Zukunft des Web sein? Falsche These! Die These ist: In der Blockade des Web liegt die Zukunft der deutschen Entscheidungsträger!

Die deutsche Regierung, der deutsche Journalismus, die deutschen Werbeagenturen, die deutschen Manager und Vorstände sind soweit weg von den aktuellen Fähigkeiten des Internets und seiner immensen Potentiale, daß wir (unweigerlich) längst zu einem interaktiven und medialen Entwicklungsland geworden sind.

Man schaue sich alleine die Seiten der Regierung, die Podcasts unseres Engelchens, die Site des Bundeswirtschaftsministeriums, die (nicht vorhandenen) Anstrengungen der Wirtschaft bei Social Media an, dann weiß man Bescheid - ich will diese hier nicht verlinken, denn sie sind jugend- und karriere-gefährdend.

Während man inzwischen in der entwickelten Welt davon spricht, das Internet sei vergleichbar mit der industriellen Revolution, steckt Deutschland noch im Web 1.0, läßt sich von Agenturen und Beratern die komplexesten Visitenkarten der Welt programmieren und ist stolz, wenn sich alles bewegt, aber keiner etwas versteht, geschweige etwas funktioniert oder man gar über die Sites miteinander kommunizieren könnte.

Zusätzlich - und das liegt allein an unserer Unwissenheit und daraus entstehender Phobie vor diesem unbekannten und neuen Medium - reglementieren wir es an jeder Ecke, verbieten wir die freie Nutzung, sichern wir uns den ungehinderten Zugriff auf jeden Computer dieses unseres Landes und belegen ihn prophylaktisch mit Todesstrafe und GEZ-Gebühr.

Wir feiern die Erfindung des doppelgleisigen Fahrstuhles, bedauern das Versagen bei der mp3-Technologie-Vermarktung (lügen uns in die Tasche, wir hätten den Player erfunden), und stehen am eindrucksvollen Ende 100-jähriger Automobil-Desentwicklung.
Woher soll die Innovation kommen, wenn nicht direkt und indirekt über die Segnungen in Verbindung mit dem Internet?


Im australischen Blockade-Test soll die These überprüft werden, daß eine Blockade das Internet bis zu 87% verlangsamen kann.

Genau das ist die Chance:
Das Internet wird super-langsam,
die Innovationsrate fällt (ua. durch die Überregulierung),
die kreativen Digital Natives wenden sich ab,
die Journalisten-Dinosaurier trampeln wieder alle keimenden Pflänzlein nieder und wandeln weiter auf ihren eingetretenen Pfaden,
die Zeitungen erstarken,
wir erfinden das Rad neu,
essen wieder mit Messer und Gabel,
die Weisheit aber weiter mit dem Sieblöffel ...

... und alle, die es schon immer wußten, können nun sagen: Wir haben es schon immer gewußt! Das Internet ist eine Phase, eine Mode, eine Spinnerei von ein paar Jugendlichen, die so leichter mit Mädchen anbandeln konnten. Aber es wird niemals das Radio besiegen können!
Und jetzt verbieten wir die englische Sprache!


> Inspiration: "10,000 websites to be blocked in filter test".
> Inspiration: "Kevin Kelly sieht die Zukunft des Web: Sehen wir sie auch?".

Wednesday, November 12, 2008

Obama - (Wahl-)Kampagnen werden mit Inspiration gewonnen!

Die Wahlen wurden mit Baracks Intellekt, Intuition und Imagination gewonnen. Seine Persönlichkeit und sein Marketing inspirierten die Massen. Denk ich an Deutschland in der Nacht, ... Von Ralf Schwartz.


Viel wurde geschrieben über Barack Obama, seine Kompetenz, seine Möglichkeiten, sein Team, sein Marketing.
Hier einige wenige Quellen, die als pars pro toto für alles Geschriebene gelten können (deutsche Quellen haben sich leider nicht qualifiziert, falls diese jemand vermissen sollte).

Wir beginnen breit und konzentrieren uns dann immer stärker:
5 allgemeine Gründe inkl. Kommunikations-Details,
3 Positionierungs-Dimensionen,
1 Persönlichkeit.

5 Gründe

... aus der BusinessWeek, die sehr schön bei der Person Obama anfangen, welche auch für mich das wichtigste Ingredienz in diesem Prozess war.
Man sollte spielerisch die folgenden Punkte mal im Hirne matchen gegen das, was man so von deutschen Politikern gewohnt ist (ua. weiß man dann, warum sich deutsche Quellen hier nicht qualifizieren konnten):

"First,
Obama's personal charisma, his listening and public speaking skills, his consistently positive and unruffled demeanor and his compelling biography attracted the attention and empathy of voters."

"Second,
Obama converted this empathy into tangible support. ..."

"Third,
his fundraising prowess was aided by his appreciation and use of all communications media , notably the Internet, to engage voters. Obama picked up where Howard Dean left off. He leveraged his website, the blogosphere, and even user-generated content ..."

"Fourth,
Obama reached out to all citizens. He targeted his message beyond previous or likely voters. He built a coalition ..."

"Fifth,
his advertising messages and his tone and demeanor throughout the campaign consistently communicated his upbeat themes of hope and "change you can believe in." The emotional appeal was buttressed with solid and specific policy details." ...

"Sixth,
he anticipated and outsmarted the competition. Throughout, he showed respect for Clinton and then McCain, even as he successfully tagged a McCain administration as Bush's third term."...

"Seventh,
he fought the ground war as brilliantly as the air war. ..."

> Aus: BusinessWeek "How Better Marketing Elected Barack Obama".


FrogDesign, ja FrogDesign, geht detaillierter und prosaischer auf Barack Obamas Kommunikations-Leistungen ein:

"Can we marketers orchestrate social media, amateur content, and crowdsourced platforms with utmost message discipline on a large scale?
Yes, we can.

Can we reconcile authenticity and consistency?
Yes, we can.

Can we combine traditional broadcasting ads with low-fi video clips without diluting the message?
Yes we can.

Can we be our own media channel and bypass media without alienating them?
Yes we can.

Can we design campaigns that cultivate the small in the big and the big in the small, in other words, campaigns that use direct marketing (phonebanking, fundraising) but use them bottom-up and not top-down?
Yes we can.

Can we be hyper-targeted and still be inclusive and reach out to everyone? Yes we can."


Ebenso wird hier klargemacht, und auch davon kann sich jeder Politiker und Marketingverantwortliche und Werber eine Scheibe abschneiden, wie wichtig es ist, erstens eine einzige Botschaft und zweitens diese immer und überall zu benutzen:

"The Obama campaign leveraged its promise with maximum effect: “Change we can believe in” is the motto of each and every transaction between a brand and its consumers. Buying or buying in always implies the expectation of a positive change -- a change in someone’s well-being, household, and financial situation or at any other levels of Maslow’s pyramid. But with “Change” as the ultimate promise and “Hope” as the ultimate motivation, the Obama campaign didn’t just generate leads, it created believers."

> Beide Zitate aus: FrogDesign/designmind "The Marketing of a President".


Natürlich konnten wir Change irgendwann nicht mehr hören, aber nur weil wir Außenstehende waren. Tatsächlich wurde diese grundlegende Botschaft in alle, jedes einzelne, Vehikel transformiert - und damit auch leicht abgewandelt, aber immer dem Ziel dienend, die zentrale Message erkennbar(!) zu unterstützen.


3 Positionierungs-Dimensionen

Dies bringt uns zu den 3 wichtigsten Pluspunkten der Obama-Wahl in den Augen von Al Ries, der mehr oder weniger der Kreateur des 'Positioning' ist (was heute manchem Werber unwissenderweise allzu leicht von den Lippen geht):

"1. Simplicity.
About 70% of the population thinks the country is going in the wrong direction, hence Obama's focus on the word "change." Why didn't talented politicians like Ms. Clinton and John Edwards consider using this concept?"

"2. Consistency.
What's wrong with 90% of all advertising? Companies try to "communicate" when they should be trying to "position".
Mr. Obama's objective was not to communicate the fact that he was an agent of change. ... he owns the "change" idea in voters' minds."

"3. Relevance.
By his relentless focus on change, Mr. Obama shifted the political battlefield. He forced his opponents to devote much of their campaign time discussing changes they proposed for the country. And how their changes would differ from the changes that he proposed.

All the talk about "change" distracted both Ms. Clinton and Mr. McCain from talking about their strengths: their track records, their experience and their relationships with world leaders."

> Aus: Advertising Age "What Marketers Can Learn From Obama's Campaign".


1 Persönlichkeit

Der allerwichtigste Punkt aber, warum Barack Obama die Wahl gewonnen hat, ist sein gesundes Selbstbewußtsein, seine Einstellung, sein Rückgrat und Stehvermögen.

"It was precisely because he thought he knew better than everyone, Lizza writes, that he picked the right team to lead him to the White House."

Obama selbst war und ist von sich überzeugt: "I think that I’m a better speechwriter than my speechwriters. I know more about policies on any particular issue than my policy directors. And I’ll tell you right now that I’m gonna think I’m a better political director than my political director."

Genau diese Einstellung, die in Deutschland als verwerflich, anmaßend und arrogant angesehen würde, ist es, die den Gewinner vom Verlierer, die Spitze vom Durchschnitt unterscheidet. Sie führt nicht nur zu weitaus mehr Kraft für den Kandidaten, sondern auch zu mehr Kraft für sein ganzes Team:
"This carried over to the people Barack surrounded himself with. Lizza quotes Barack telling communications director Dan Pfeiffer that "what I want around me are people who are calm, who don’t get too high and don’t get too low, because that’s how I am." This soothing tone carried over to every part of the campaign, ..."

> Aus: gawker.com "Obama's Huge Ego Won Him The Election".


Fazit

Deutsche Manager, Politiker, Werber müssen verstehen, daß es nichts Verwerfliches hat, gut in irgendetwas Relevantem zu sein.
Man muß stolz sein können und dürfen.
Man muß die Menschen mit seinem Charisma inspirieren können dürfen.
Kompetenz und Leistung müssen sich auch in Deutschland wieder lohnen!

Wir brauchen Menschen, die uns inspirieren zu Höherem, die uns inspirieren, über uns selbst hinauszuwachsen, endlich die Ärmel hochzukrempeln, Entscheidungen zu treffen, dabei zu bleiben, auch wenn die Medien meutern, unsere Visionen umzusetzen, den Menschen voranzugehen und sie damit zu motivieren, zu engagieren, zu inspirieren.

Sehen wir, was er nun aus seinen Möglichkeiten machen wird.

Tuesday, November 11, 2008

Endlich: RSS im TV-Bildschirm!

Wer immer noch nicht weiß, was RSS bedeutet und wie es das Leben vereinfachen kann, der sollte sich diesen Fernseher mit RSS-Technologie ansehen!

RSSTV
Image courtesy Samsung, labnol.org.


Amit Agarwal schreibt dazu: "The Samsung 850 series HDTV includes a new Infolink RSS Access feature that lets you read RSS feeds on the television screen while you continue to watch your favorite movies.

The Infolink RSS service pulls and displays live RSS feeds when users connect to the Internet via the integrated Ethernet port.

And if you are in the US, just plug in your zip code and current information like local weather forecasts, outside temperature, stock prices, etc. will be displayed on your screen again via RSS feeds."


Das wäre doch für manchen perfekt, wissen wir doch, daß die Parallelnutzung des TV unaufhaltsam zunimmt.
Und wenn die Qualität der Schrift gut genug ist, könnte das eine schöne Alternative für das Wohnzimmer sein.

Jetzt könnte doch auch der Spiegel komplette Feeds anbieten, oder?
Ja, CARTA eigentlich auch.


> Via digitalinspiration.

Google deutsch! jetzt can do

Stolz berichtet Google, daß nun die Welt noch ein wenig flacher ist (oder so), weil der Reader ermöglicht, jeden Feed in die eingestellte Sprache zu übersetzen. Das Beispiel sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen!


Bedienungsanleitung für den Selbstversuch: Man muß nur den zu übersetzenden Feed anwählen und in den Feed Settings (rechts oben) "Translate into my language" anclicken (bei mir höchstwahrscheinlich in englisch, da ich diese Voreinstellung wählte).
Das Ergebnis liegt sofort vor. Nur, ist es eben von der Qualität irgendwo zwischen einem 11-Jährigen und einem Schimpansen. Überzeugt Euch selbst an einem kurzen Beispiel, ehe Ihr es bei Euch probiert.)

Der folgende deutsche Text ist von mir, der Englische von Google automatisch übersetzt:

- Mikrokosmos Burda: Solange Altherrengedecke sich gegenseitig die Macht zuschieben und damit schnelle, intelligente, junge, erfolgreiche Frauen und Männer ausbremsen, solange wird der Journalismus in D nicht gedeihen können.

- Burda microcosm: While Altherrengedecke mutually power and so fast buck, smart, young, successful men and women ausbremsen, as long as the journalism in D can not flourish.


- Auch wenn wir Christiane zu Salm Sender wie 9Live verdanken, so war für sie doch immer wichtig, sich entwickeln und ihren eigenen Weg gehen zu können. Ihre Eigenständigkeit und ihr Wille machten sie erfolgreich.

- Even if we Christiane how to channel 9Live Salm owe, so it was always important to develop and go their own way to be. Their independence and their desire made them successful.


- Nun sieht es so aus, als sei dieser Wille des Guten zu viel für Hubert Burda gewesen und er läßt sie ziehen ohne mit der Wimper zu zucken.

- Well, it looks as though this will be a lot of good for Hubert Burda been and he can pull it without the hair.


- Jedenfalls ist das die Nachricht des Handelsblattes, das auch folgendes Bild mit den Worten "Christiane zu Salm litt offenbar darunter, dass sie zu wenig Freiheiten hatte." untertitelt.
(Bild von mir entfernt.)

- Anyway, the news of the trade sheet, which includes the following picture with the words "Christiane of Salm apparently suffered including that they had too little freedoms." subtitled.


- Sollte die Nachricht denn stimmen, könnte sie attraktives Vorbild für manchen Manager sein, seine Freiheit stärker zu nutzen und sich weniger von Sachzwängen und Lagerdenken vereinnahmen zu lassen.

- If the message because voting, it could be attractive model for some of his manager, his more freedom to use and less constraints of thinking and warehouse to collect revenue.


- Leider sind die meisten männlichen Manager nicht so stark, selbstbewußt und mutig, ihre Freiheit über den aktuellen Job zu stellen. Original-Artikel im Handelsblatt "Christiane zu Salm verlässt Burda".

- Unfortunately, most male managers are not so strong, confident and courageous, their freedom on the current job to make.

Da stecken schon ein paar coole Scherze drin, einige Sachen sind aber auch korrekt getroffen. Es lohnt sich schon, genau hinzusehen!

Wofür jedoch soll man diese Funktion verwenden? Etwa wirklich, wie Google vorschlägt, um neue Blogs und Websites in bisher fremden Sprachen zu entdecken?
Da bleibt das Problem bestehen, daß ich die Blogs, etc. eben nicht verstehen kann, und damit nicht auswählen kann, ehe ich sie mir habe von Google übersetzen lassen!

Oder soll ich einfach mal alles übersetzen lassen, was es da draussen nicht in deutsch gibt? Erinnert ein wenig an die 'Bibliothek' von Jorge Louis Borges, oder?
Aber trotzdem eine schöne Idee!


> Der Original-Post im Google Reader Blog "Is your Blog Truly World-Wide?".

Das Ende des Journalismus - Quod erat demonstrandum!

Das Ende des Journalismus ist nah, liest man Artikel wie 'Danke schön' bei zeitonline, und noch näher, vergleicht man diesen mit Blog-Posts wie 'Das Ende der Zeitungen ...' bei bwl2.0. Ergebnis: 0:6 für den Blogger. Von Ralf Schwartz.


Der Journalismus hat keine Chance zu überleben, wenn er sich selbst zu Tode schreibt. Dann sollte er  auch lieber einfach mal schweigen können.
Blicken wir auf den Verlauf dieses pars pro toto, diesen Mikrokosmos, der sich uns bei genauem Hinschauen eröffnet:


AKTIVIERENDE ÜBERSCHRIFT

Während der Blogger seinen Text "Das Ende der Zeitungen: Change happens" nennt, begnügt sich der Journalist mit "Danke schön!".

Während also der Blogger in seiner Überschrift es schafft, seinen kompletten Post zusammenzufassen und damit dem Leser erleichtert, sich für oder gegen das Lesen zu entscheiden, bleiben beim Journalisten die Absichten und Inhalte im Dunkeln, um es wohlwollend zu formulieren.

0:1 für den Blogger.


RELEVANTE AKTUALITÄT

Blogger: Obamas Website als Ausgangspunkt einer Argumentation, die sogar mit einer neuen Perspektive zum Thema (Ende der Zeitung) beginnt.

Journalist: Obama als bloßes Symbolphoto mit der Bildunterschrift: "Qualitätsjournalismus wird zum Subventionsfall, zum Liebhaberobjekt".

Beide nutzen die gleiche Aktualität, aber nur der Blogger kann einen relevanten Punkt machen. Der Journalist zieht ein wenig an den Haaren herbei.

0:2 für den Blogger.


INVOLVIERENDES VORSPIEL

Blogger: "Barack Obama hatte keine Zeit zu verlieren: Schon kurz nach seinem Wahlsieg ging er mit einer neuen Website online, Change.gov. Was aber hat das mit den Zeitungen zu tun?
Sehr viel, denn damit dürfte das Ende des Pressekonferenzen-Journalismus endgültig eingeleitet sein: Barack Obama wartet nicht mehr bis die Zeitungen über ihn schreiben, er stellt seine Botschaften gleich selbst ins Netz."

Journalist: "Liebe Leser, schauen Sie sich die folgenden Zeilen bitte aufmerksam an: Sie sollen Ihnen einen Eindruck davon geben, wie guter Journalismus in Zukunft aussehen könnte. Denn ewig wird es nicht weitergehen wie bisher. Spätestens im Jahr 2040 läuft die letzte Papierzeitung von der Walze, danach wird Journalismus ausschließlich im Internet stattfinden. Schreibt der amerikanische Zeitungswissenschaftler Philip Meyer ..."

Während der Blogger einfach den Roten Faden aus seinem ersten Punkt weiterspinnt, biedert sich der Journalist beim Leser an, statt ein überzeugendes Spiel zu liefern. Warmduscher.

0:3 für den Blogger.


SPANNENDER ZWISCHENSPURT

Blogger: "Damit werden Zeitungen derzeit aus drei Richtungen in die Zange genommen:

1. Sinkende Auflagen (Wandel der Mediennutzung vor allem durch die junge Generation),
2. Fallende Werbeeinnahmen (derzeit hauptsächlich konjunkturell bedingt),
3. und dem Trend zur direkten Kommunikation im Web (siehe etwa Obama)."

Journalist: "Der Journalismus im Netz hat bekanntlich ein Grundproblem: Er rechnet sich nicht." ... "Und da Geschwindigkeit eine der zentralen Tugenden des Onlineschreibens ist, bleibt von den traditionellen Qualitäten des Journalismus im Netz vieles auf der Strecke. Es gibt also eine zweifache Bewegung: ins Internet und nach unten."

Mit den drei Pünktchen habe ich nur das allzu Bekannte weggelassen, der Journalist kündigt es ja auch selbst an ('bekanntlich').
Während der Blogger die Spannung aufbaut, indem er Bekanntes und Neues mischt, drückt der Journalist auf die Tränendrüse.

0:4 für den Blogger.


ARGUMENTATIVER HAUPTTEIL UND KLIMAX

Blogger: "Die wichtigsten Entwicklungen im Internet in Bezug auf Nachrichten: ...

(1) Wer etwas auf sich hält, publiziert selbst im Web und wartet nicht mehr, bis andere über ihn schreiben. Obama ist hier das Paradebeispiel, ..."

(2) Das Anzeigengeschäft ist praktisch ebenfalls weg ...

(3) Parallel dazu läuft der Trend zu Multimedia, insbesondere Video. ...

(4) Was dem Journalismus tatsächlich bleibt, sind die Themen, die nicht von selbst ins Internet finden: Busunglücke, Wetterkapriolen und das Liebesglück der Prominenz. ...

(5) In der immer weiter wachsenden Fülle medialer Angebote im Internet übernehmen Blogs (bzw. Watchblogs) zunehmend die Rolle der Redaktion und Themenauswahl. ...

(6) Ein letzter wichtiger Punkt ist die weltweit zunehmende Themenvielfalt aufgrund des explosionsartig steigenden Wissens. Die Zeitungen stehen dem recht ratlos gegenüber, da ...

Das alles zeigt, dass die Zeitung klassischer Prägung im Internet so keine Chance hat. So lange aber Verlage mit der „Zeitungs-Brille“ auf dem Kopf herumlaufen, werden sie den Ausgang in die Zukunft nicht finden."


Journalist: "Qualitätsjournalismus wird also zum Subventionsfall, von der vierten Gewalt zum Liebhaberobjekt. ..."

Bitte überzeugen Sie sich selbst in Artikel und Post, daß dieses qualitative und quantitative Mißverhältnis hier stimmt!

0:5 für den Blogger.


ENDE UND LÖSUNG

Blogger: " ... Zeitungsverlage müssen jetzt die „Rettungsboote“ ins Wasser lassen, sprich kleine Teams bilden, die mit einem Blog ein klar umrissenes Themengebiet bearbeiten. Diese Blogs müssen sich als Profitcenter rechnen, eine Subvention gibt es nur in der Startphase. ..."

Journalist: "Am Ende muss es vielleicht wieder der Staat richten. Die Nationale Initiative Printmedien gibt es schon, ebenso Vorschläge zur Alimentierung der seriösen Presse nach Art des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. In Zukunft enden Artikel wie dieser hier dann so:

Wir danken der gemeinnützigen Stiftung »Ich bin doch nicht blöd«, die den Problemaufriss in den Zeilen 1 bis 21 ermöglicht hat. ..."


Auch hier habe ich für diesen Artikel die Texte verkürzt wiedergegeben, aber die Richtung stimmt: in ersterem bekomme ich eine Lösung skizziert, während letzterer einen Witz macht, der nur den Besten im Halse steckenbleibt, den anderen, dem Durchschnitt also, aber die erwünschte Alternative wäre - Bailout für den Journalismus.

0:6 für den Blogger.


Natürlich, der ein oder andere wird den Journalisten jetzt rechtfertigen, dieser hätte ja nur für das Feuilleton geschrieben. Wo aber, wenn nicht dort, finde ich noch die letzten Biotope des Qualitätsjournalismus?


Ist dies der Beweis für den Niedergang des Journalismus? Nein, nur ein weiteres Mosaiksteinchen. Ein bedenkenswertes Steinchen, für Verleger, Investoren, Journalisten. Je weniger Qualität geliefert wird, desto weniger kann der Journalismus, der Qualitätsjournalismus gar, noch mitreden (fehlt nur noch die Click-Strecke). Ein kleines qed!
Es wird Zeit aufzuwachen, infragezustellen, Ausschau zu halten, zu innovieren, auszuprobieren, zu straucheln und wieder aufzustehen, weiterzumachen umso motivierter, sich zu wandeln, zu differenzieren, Monopole Momente zu kreieren.


> Original-Artikel auf zeitonline "Danke schön!".
> Original-Post bei bwl2.0 "Das Ende der Zeitungen: Change happens".


Anmerkung: 0:6 heißt es, da dies keineswegs ein Heimspiel für den Blogger war!

Monday, November 10, 2008

Chapeau Christiane!

Mikrokosmos Burda: Solange Altherrengedecke sich gegenseitig die Macht zuschieben und damit schnelle, intelligente, junge, erfolgreiche Frauen und Männer ausbremsen, solange wird der Journalismus in D nicht gedeihen können.

Auch wenn wir Christiane zu Salm Sender wie 9Live verdanken, so war für sie doch immer wichtig, sich entwickeln und ihren eigenen Weg gehen zu können. Ihre Eigenständigkeit und ihr Wille machten sie erfolgreich.

Nun sieht es so aus, als sei dieser Wille des Guten zu viel für Hubert Burda gewesen und er läßt sie ziehen ohne mit der Wimper zu zucken.

Jedenfalls ist das die Nachricht des Handelsblattes, das auch folgendes Bild mit den Worten "Christiane zu Salm litt offenbar darunter, dass sie zu wenig Freiheiten hatte." untertitelt.


ChristianezuSalm
Image courtesy Handelsblatt.


Sollte die Nachricht denn stimmen, könnte sie attraktives Vorbild für manchen Manager sein, seine Freiheit stärker zu nutzen und sich weniger von Sachzwängen und Lagerdenken vereinnahmen zu lassen.

Leider sind die meisten männlichen Manager nicht so stark, selbstbewußt und mutig, ihre Freiheit über den aktuellen Job zu stellen.


> Original-Artikel im Handelsblatt "Christiane zu Salm verlässt Burda".

Die deutsche (Medien-)Kultur ist keine Diskurs-Kultur

Weder Medien, noch Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft können mit relevanter Kritik umgehen. Wir sind ein Land voller eitler, mimosenhafter und cholerischer Zicken - unfähig des konstruktiven Diskurses. Eine Polemik. Von Ralf Schwartz.


Eine Farce jagt in Deutschland die nächste. Wir nennen es Eklat, dabei ist es realiter gesunder Menschenverstand.
Kein Reich-Ranitzki, keine Heidenreich darf ungestraft seine/ihre Meinung kundtun - aber ein Bohlen, Silbereisen, Gottschalk ungestraft seine Show in unsere Köpfe injizieren. Suchen sich die einfachsten Opfer, die sich nicht wehren können, die nicht gelernt haben, wie Bildung, die den Namen verdient, schmecken könnte, die nicht gelernt haben, nach Höherem zu streben, die nicht gelernt haben, was denn überhaupt das Höhere ist, nach dem es sich zu streben lohnte.


Bildung

Denn Bildung - und hier wiederhole ich mich - besteht seit langem schon allein aus Bild und Dung, ist seit langem nur die Verkürzung der BildzeiDung.

Medien, Politiker, Manager und Professoren haben längst Abstand genommen, unsere Vorbilder zu sein, uns zu entwickeln, uns mit Erkenntnis zu bereichern. Sie wollen ihre Ruhe, in Ruhe ihre Macht, machtvoll reich sein, und gar nicht mehr sein, sondern nur noch haben.
Das ist das Ideal. Werde reich, aber nicht mit Leistung! Bleibe arm, aber ohne Gegenwehr! Diskutiere nicht, folge! Bleibe in Deinem eigenen, Dir zu gewiesenen geistigen und gesellschaftlichen Ghetto und verhalte Dich ruhig! Sei ohne Gewissen!

Wer aber soll sie kaufen, die Produkte ihres Schaffens, wenn keiner sie versteht, die Manager, Medien und Politiker, wenn keiner sie bezahlen kann, wenn keiner sie sich leisten kann?
Wenn niemand dazu aufgerufen wird, sie infragezustellen, wenn keiner zum Widerspruch animiert, gebildet, ausgebildet wird, wenn jeder des kritischen Denkens beraubt, nur noch Zahlen verschieben kann von links nach rechts auf diesem abakusschen Drahte?
Wenn keiner mehr seine Leistung unter Beweis stellen will, weil es sich nun wirklich nicht lohnt, des Morgens aufzustehen und sein Tagwerk zu beginnen, wenn doch die Allermeisten alimentiert sind vom Staate, von ihm abhängig und noch froh, abhängig zu sein. Egal, ob sie arbeiten oder gar kein bißchen.
Sie werden bezahlt, sie werden ausgehalten, auf hohem Niveau. Monetärem Niveau, materiellem, nicht geistigem Niveau.

So wird sie unbezahlbar die Bildung, wo doch jeder weiß, daß seit dem Neandertale die Neugier, die Erlangung des Wissens uns in die steinige Wiege neben dem Feuer gelegt wurde und nichts uns einfacher fiele als zu lernen, ließe man uns und den Dingen den natürlichen Lauf und nicht den des Konsumes als alleinigem Lebenszweck.

Selbst das ist nicht zu diskutieren. Mit wem denn auch - ist doch die öde Steppe der geistigen Armut unser bevorzugtes Revier auf der Jagd nach Wohlstand. Nicht zu diskutieren, und nicht zu messen, und wenn doch, dann diskutieren wir es und diese Kritiker einfach weg.

Bildung ruft schon lange nicht mehr zur Veränderung auf, sondern bestätigt nur. Den Platz, die Ordnung, das Vorurteil. Bildung diskutiert nicht mehr, wägt nicht mehr ab. Bildung kennt keine zwei Meinungen mehr. Höchstens noch die phantasielose Interpretation der einen.


Weisheit

'Wir brauchen den Geist nicht mehr', denken wir so vor uns hin in diesem Lande der Dichter und Denker, die einfach nur weniger undicht sind als andere und es lieber mit Katja Ebsteins 'Wenn Du denkst Du denkst, dann denkst Du nur Du denkst ...' halten. Den Geist nicht mehr und nicht den Diskurs.

Weise ist keiner mehr da draussen. Verzogen haben sich längst die Propheten, die Literaten, die Intellektuellen in ihre Löcher. Oder nach Paris.
Die Philosophen äußern sich nicht mehr zu den wichtigen Themen, weil es keine wichtigen Themen mehr gibt.

Relevante Themen werden tabuisiert und unter den Teppich gekehrt. Sie werden unter Strafe gestellt und einfach verboten. So lösen wir unsere Probleme. Nicht durch reden, nicht durch Diskussion, nicht durch den konstruktiven Diskurs, der alle Beteiligten weiterbringen könnte.

Zu lange würde es vermeintlich dauern, den Dummen zum Experten zu machen, da argumentiert man lieber gar nicht mehr, sondern beleidigt direkt. Stellt vor vollendete Tatsachen, holt die immer öfter perfekte Keule Drittes Reich hinaus und erschlägt jede Kritik damit im Ansatz.
Damit hat man seine Ruhe, ein Opfer mehr - aber noch lange keine Lösung, und erst recht nicht für lange.

Denn all das geht nach hinten los, schon lange und immer wieder, aber wir schönen die Statistiken, verstecken die Entwicklung hinter dem Einzelfall, lähmen unsere Zukunft indem wir ihr mit unserem Rollstuhl die Beine brechen.
Können wir schon nicht, soll sie sich erst recht nicht bewegen können, entwickeln können, wachsen und sich wandeln können.

Weisheit muß man sich erarbeiten. Weisheit besteht aus Erfahrung, aus Erkenntnis und gesundem Menschenverstand bzw. Urteilsvermögen. Wo sollen wir das noch finden in unserem Lande der Lebensmittel-, Finanz- und Steuer-Skandale, unserem Lande ohne charismatische Politiker, Manager und Denker? In einem Lande, in dem wir es geschafft haben, selbst Charisma zu einem Schimpfwort zu machen!?


Erziehung

Erzogen werden wir vom Fernsehen, von Schuldenberatern und Auswanderer-Coaches, von Choreographen und Köchen, und von Menschen, die in ihrem Beruf versagt oder nie einen erlernt haben. Die werden nun auf unsere Kosten (eingepreist in die Produkte, die uns mit Werbung lähmen) observiert, analysiert und therapiert - und nächste Woche sitzen sie in der nächsten Show.

Erzogen werden wir nicht von unseren Eltern oder gar Vorbildern aus Bildung und Lehre, Wissenschaft und Forschung, der Literatur oder den bildenden Künsten.
Erzogen werden wir von einem Staat, der unsere Faulheit stärkt, der unsere Dummheit über unsere Schulzeit hinaus verlängert. Von einem Staat, dessen Politiker nicht unser, sondern nur ihr Bestes im Sinne haben, so sie einen besitzen.

Erzogen werden wir von einer Gesellschaft, die das Laissez-Faire zu einem allumfassenden Prinzip verklärt und gleichzeitig damit versagt hat.
Die erste Generation einer Gesellschaft, die mit Stolz von sich sagt: 'Unsere Kinder sollen es einmal schlechter haben als wir selbst'.

Was die Erziehung nicht geschafft hat, versuchen wir durch Verbote wieder gutzumachen, statt durch Intelligenz und Einsicht, durch Empathie und Mitgefühl, durch Disziplin und Eigenverantwortung.
Verbote aber bringen uns nicht weiter. Tabus ersticken die Diskussion, das Verständnis, das Üben, Scheitern und Weitermachen.


Vorbild

Wer sind schon unsere Vorbilder? Rapper, Schläger, Säufer, Fußballer. Gottschalk, Bohlen, Silbereisen. Natürlich, immer wieder die üblichen Verdächtigen. Die Spitze des Eisberges. 9Live, Klingeltöne, Werbefiguren, die in kleinen Eiern stecken, aber längst (mit Verlaub) selbst keine mehr haben.

Vorbilder sind nicht die, die das gängige, das ubiquitäre Denken durchbrechen, nicht die, die neue Thesen formulieren, neue Horizonte entdecken, neue Wege gehen.
Vorbilder sind die, die viel Geld verdienen ohne irgendeine Leistung zu bringen. Vorbilder, die es durch Nicht-Leistung zu Ruhm gebracht haben. Die Schreihälse, die Krakeeler.


Ausblick

Wir brauchen Respekt. Wir brauchen echte Werte und nicht Werthers Echte. Es wird Zeit, die ernsten Themen anzusprechen, an den relevanten Themen zu wachsen, an den zukunftswichtigen Thesen zusammenzurücken, uns an einen Tisch zu setzen und nicht jedem seinen eigenen zu zimmern.

Wir müssen beginnen, uns aneinander und an unseren Meinungen zu reiben, an unseren Perspektiven, unseren Horizonten und unserer Vielfalt zu wachsen, uns gegenseitig ernstzunehmen und zu fordern und zu fördern. Vielfalt statt Einfalt. Innovation statt Adaption des ewig gleichen.

Wenn Politik eine einzige Aufgabe hat, dann die, ein einziges Volk zu formen. Ein Volk, das zu sich steht, das organisch wächst, das Evolutionen und Revolutionen erlebt, genießt und gestärkt daraus hervorgeht. Ein Volk, das miteinander reden, sich verstehen und miteinander streiten kann. Ein Volk, das Medien, Politiker und Manager gebiert, die diese Namen verdienen und die das Volk einen statt es zu entzweien. Respekt!

Der Diskurs, das Argument, die Diskussion, der Austausch, das Wachsen ist das notwendige Werkzeug dieses überfälligen Wandels.

Saturday, November 08, 2008

Autospots sind die neuen Waschmittelspots!

Wenn nichts unmöglich ist, warum sehen wir dann nicht diese Toyota Corolla Spots auch in Deutschland?
Wir müssen immer die uninspirierten, uninspirierenden Auto-Spots ertragen.

Es kommt einem so vor als würden die sogenannten Kreativen, die früher Waschmittelspots machen durften/mußten, heute Automobil-Spots drehen.

Nicht nur Mini, Fiat 500 und Alfa dürfen aus der Reihe fallen - alle anderen gerne auch! Und sei es auch nur ein wenig wie hier:


Video courtesy YouTube, Toyota Australia.


"Toyota Australia has released a fun commercial in its ‘Corolla. Packed with a Lil’ Action’ 2008 campaign that features ‘adorable’ Ninja Kittens. Ad agency Publicis Mojo, Sydney created the TV spot in an action-series style with a nod to James Bond and Guy Richie movies. This first episode, The Heist, features Ninja Kittens that fight and take a Toyota Corolla hostage." Via Trendhunter.com.

Friday, November 07, 2008

Wir schicken unsere Regierung zum Praktischen Jahr zu Barack Obama!

3 Tage nach der Wahl und 74 Tage vor der Amtseinführung treibt Barack Obamas politische Agenda, seine Website und die veröffentlichte Technology-Strategie unserer Koalition der Ahnungslosen hoffentlich die Schamesröte in die Gesichter.

Wer sich davon überzeugen möchte, der schlage bitte hier nach: change.gov.
In "Science, Technology and Innovation for a New Generation" beschreibt er seine Technologie-Politik, Philosophie und Strategie.


Wir werden sehen, wie die Realität wird, aber selbst die Pläne und das Verständnis in das Internet und die Technologie sind profunder und richtiger als alles, was ich bisher von unseren Politikern hören durfte.

Vielleicht sollten sie wirklich ein Praktikum bei Barack Obama und seinem Stab machen.

Thursday, November 06, 2008

Sorry Private-TV: Primetime ist inzwischen Internet-Time!

Für alle, die es immer noch nicht glauben wollen - also vor allem die Privat-TV-Sender und Agenturen - sei es hier wiederholt: Das Internet übernimmt sozusagen die Primetime!

Hier die entsprechende, wenn auch nicht sonderlich schöne Graphik dazu aus der ARD/ZDF-Online-Studie vom August diesen Jahres:

Internetprimetime
Graphik courtesy ARD/ZDF.

Beruhigend, daß zumindest den Öffentlich-Rechtlichen die reale Situation der Medien eine reale Betrachtung wert ist. Natürlich kommt dies ihren Plänen entgegen, aber so ist es mir lieber, als wenn ich die Studien der Privaten immer noch selbst im Kopf um die jeweilig opportunen Faktoren justieren muß.


> Original-Post auf fischmarkt.de "Das Internet wird Prime-Time". Via basicthinking.de "Fernsehen als Begleitmedium".

Das freut den Geissenpeter: Heidi in Dessous an der Gitarre!

Statt eine Wii zu kaufen, lerne ich vielleicht doch lieber Gítarre zu spielen. Betonung liegt auf Spielen. Siehe den (Director's Cut) Spot für Guitar Hero World Tour:

Video courtesy YouTube, Guitar Hero - und bestimmt Heidi Klum.


> Via boingboing.com "Heidi Klum channels Risky Business for Guitar Hero: World Tour".

Friday, October 31, 2008

Daimler-Blog wird erwachsen: Management involviert sich!

"Anmerkungen zum Produktionsstopp" heißt der Post von Prof. Eckhard Kressel, seines Zeichens Leiter Personal- und Arbeitspolitik.

Damit beginnt für das Daimler-Blog eine neue Ära: Das Management involviert sich in die Belange der Mitarbeiter. Was kann man sich Schöneres wünschen!
Nun wird das Daimler-Blog tatsächlich zu einem Corporate Blog.
Nutzt diese Chance, liebe Mitarbeiter! Das ist Euer Baby. Alles Gute!


(Wir hatten ja schoneinmal gratuliert: "Die mediaclinique gratuliert dem 'Daimler-Poesie-Album' liebevoll zum 1. Jahr!" und nun kann ich das 'noch' wohl auch bald aus meinem Artikel "Warum das Daimler Blog (noch) irrelevant ist!" entfernen!?)

Thursday, October 30, 2008

Wii: Der unvollendete Schwan! - Game Tech Demo.

Unbedingt mußte ich zum Wochenende diese Demo eines neuen Wii-Spieles online stellen. Dieses Game könnte das erste sein, das mich zum Kauf (geschweige spielen) bewegen könnte.

Hier also die Demo:


Es geht um eine monochrome (hier: weiße) Welt, die nur durch gespritzte Farbtupfer (hier: schwarz) langsam sicht-, erkenn- und begehbar wird.
Das Auge muß sich tatsächlich erst darauf einstellen! Bis zum Ende dranbleiben, dann wechseln die Farben!

Es sieht einfach phantastisch aus. Und könnte ebenso phantastische (im Sinne phantasie-erregende) spielerische Weiterentwicklungenn erfahren.


> Hier der Original-Post auf boingboing "The Unfinished Swan: beautiful monochrome exploration game".

Mad Men - Wenn Seherschaften zu elitär für das Qualitätsfernsehen sind!

Natürlich gibt es eine der besten Serien des amerikanischen Fernsehens (noch?) nicht in Deutschland zu sehen, obwohl sie schon in der 2. Saison ist: Mad Men - über WerberInnen in den 60er Jahren. Von Ralf Schwartz.


Mad Men - das sind erstens die leicht verrückten Herrschaften in der Werber-Szene der 60er Jahre New Yorks und zweitens die Abkürzung für die weltweit bekannteste Strasse der Werber, Madison Avenue, in NYC.

Madmen
Image courtesy gawker, blurring by mediaclinique.

Mad Men zeigt die mehr oder weniger 'schonungslose' Geschichte einiger Werber und die beginnende Karriere einer Sekretärin auf dem Wege zur erfolgreichen Texterin.
Schonungslos, weil die Serie von Lug und Betrug, sexuellen Abenteuern und Anzüglichkeiten, Alkohol und sonstigen Exzessen nur so wimmelt - die schonungslose Realität eben.
(In den letzten 10 - 15 Jahren sind ja leider immer mehr Manager-Typen auf die Chefsessel gesprungen und haben die kreativen Köpfe in Form der Gründer, Texter und Graphiker verdrängt - deshalb hat sich diese Welt seither ein wenig abgekühlt.)


Mad Men aber ist ein Phänomen, wie der gawker schreibt, denn hier schauen nicht die Menschen zu, die sich noch empor arbeiten möchten, hier sitzen die 100.000 $ plus Seher vor den Bildschirmen. Hier schaut man zu, wenn man schon dazugehört

Hier kann man dem Teufel seine Seele verkaufen, hier läßt man die Familie für die Karriere Familie sein, hier vergißt man seine Religion, seine Werte und guten Vorsätze - das ist der amerikanische Traum auf der Überholspur, aber eben auch mit vielen Opfern.

Wer sich noch hocharbeiten muß, kann sich damit leider nicht identifizieren. Das war bei den Sopranos schon einfacher. Mad Men Schöpfer Matthew Weiner: "This is a show that values people that drink and screw all day and come up with a miracle pitch by the seat of their pants, a fantasy that bears little resemblance to reality today or back then."


Wäre doch wirklich schön, wenn wir das auch mal in Deutschland zu sehen bekämen - nach den ganzen Schuldenberatern, Restaurant-Testern und -Gründern, Super-Nannys, Garten-, Wohnungs- und Haus-Stylisten für die Armen, Auswanderern und sonstigen potentiell verkrachten Existenzen.

Da könnten unsere ganzen CO2-emittierenden Luxuskarossen, -Füllfederhalter und -Uhren eine wundervolle Werbeplattform finden.


> Der Original-Artikel im gawker "Why Poor People Don't Watch Mad Men".

About & Mission

  • MEDIEN UND MARKEN MÜSSEN WIEDER ÜBER SICH HINAUS- WACHSEN UND die Menschen INSPIRIEREN.

    Der Mut, den Wandel anzu- führen, der Mut, auch mal Avantgarde sein zu wollen, muß (heraus-)gefordert
    und gefördert werden.

    Aufbauend auf 20 Jahren Er- fahrung will die virtuelle mediaclinique als 'KLINIK FÜR MEDIALE PRÄVENTION' DIE PA- THOLOGISCHE SITUATION VON MEDIUM, MARKE UND KOMMU- NIKATION SIGNIFIKANT VERBESSERN.

    Das Herz soll wieder mit Blut, das Hirn mit Sauer- stoff versorgt, der Ein- zelne zum Nachdenken
    (re-)animiert werden.

klinikradio

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